Ist Euch eigentlich schon jemals aufgefallen, wie viele Schuhe entlang einer Autobahn liegen?
Ich hatte kürzlich das Vergnügen, auf der Südosttangente knapp 45 Minuten lang an der Bildung einer Rettungsgasse mitzuwirken, Was macht man also in dieser Zeit? ich zählte die Schuhe, die entlang der Mittelleitplanke liegen und kam auf 23 Einzelschuhe auf einer Strecke von ca. 8 Kilometern. Auffallend viele Schuhe, die ihren Besitzer verloren haben.
Lassen wir einmal die gängige, langweilige Theorie, dass sie von LKWs gefallen sein sollen, außer Acht. Was motiviert Schuhe dazu sich von ihren Besitzern zu trennen? Dazu sind mir ein paar Theorien eingefallen:
Theorie 1: Es handelt sich um ein Kunstprojekt zur Belebung der tristen Autobahnatmosphäre. Ich bin geneigt mich diesem Projekt anzuschließen und werde einmal zur Abwechslung einen roten Stöckelschuh aus dem Autofenster werfen.
Theorie 2: Es handelt sich um eine Opfergabe zur Besänftigung des Autobahngotts. Es soll bereits Fälle gegeben haben, wo dadurch, gemeinsam mit einem kurzen Gebet eine staufreie Durchfahrt der Südosttangente möglich wurde.
Theorie 3: Die Schuhe machten sich auf die Suche nach ihren Sockengefährten, die nach der letzten Wäsche plötzlich spurlos verschwunden waren.
Theorie 4: Aschenputtel auf der Suche nach ihrem Prinzen. In diesem Fall kann ein gläserner Stöckelschuh möglicherweise zielführender sein, sollte es jemand probieren wollen.
Oder aber die für mich plausibelste Theorie 5: Die Schuhe sind jahrelang loyal jeden Weg gemeinsam mit ihren Besitzern gegangen. Wie in jeder guten Beziehung dürfen auch Schuhe einmal etwas allein unternehmen und gingen auf Wanderschaft. Es zog sie hinaus in die große weite Welt und sie pilgerten Richtung Süden, auf der Suche und der Sehnsucht nach der großen Freiheit. Kurz konnten sie den Fußgeruch ihres Besitzers abstreifen, bevor es für manche ein leider tragisches Ende am Rande einer Autobahn nahm.
Wenn Euch noch weitere Theorien einfallen, lasst es mich bitte wissen.


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