Mittendrin im Herbst. Ich liebe ihn. Nicht nur, weil ich selbst und sehr viele meiner Liebsten im Herbst geboren wurden, und dieser Umstand diese Jahreszeit sowieso zur Besten des Jahres macht, ist es eine Phase, in der ich gefühlt alles etwas langsamer angehen kann, bevor die Weihnachtszeit mich wieder in die Realität zurückholt.
In der Jogginghose auf der Couch kuscheln, ohne inneren Zwang, das schöne Wetter ausnutzen zu müssen, die zunehmende Dunkelheit, die eine Wohlfühlatmosphäre schafft, die frische Klarheit der kühlen Luft, die zunehmend im Farbenmeer versinkenden Parks, Wälder und Spazierwege und das beruhigende Rascheln während man durch die herabgefallenen Blätter schlurft. Zurück sind endlich auch wieder die kulinarischen Genüsse, wie Kürbissuppe, frische Schwammerl und Schoko-Maroni, mein saisonales Soul Food. All das macht jeden Tag im Herbst zu einem kleinen emotionalen Kunstwerk.
Der Herbst, das bedeutet für mich das Gefühl einer inspirierenden, melancholisch angehauchten Grundstimmung, ein Innehalten, einen Hören auf Zwischentöne. Hinzu kommt noch die positive Energie von Allerheiligen, die langen Spaziergänge auf den wunderbar gestalteten Friedhöfen, das Flackern der vielen Grablaternen und das Nebelwetter, das ihnen eine geheimnisvolle Atmosphäre verleiht. Hier kann man die Stille aufsaugen und die Liebe spüren, mit denen die Menschen ihrer Verstorbenen gedenken.
Wer mich jetzt noch nicht versteht, der hat dem Herbst noch keine echte Chance gegeben.


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