Es gibt Momente im Leben, in denen man nicht nur in ein Fettnäpfchen hineintritt, sondern gleich mit beiden Füßen hineinspringt und eine Pirouette dreht. Mein jüngstes Meisterwerk: eine Einladung bei ganz lieben Freunden.
Was bringe ich also mit, wenn ich zu einem kulinarischen Nachmittag und Abend eingeladen werde. Natürlich, Wein und Schokolade. Echte Klassiker, unkompliziert und immer passend. Dachte ich zumindest. Ich betrete also strahlend das Haus, halte meine Mitbringsel wie Trophäen in die Höhe – und sehe die Blicke. Dann fällt der Satz, der mich innerlich zusammenzucken lässt: „Wir fasten gerade.“
Fasten? Jetzt? Heute? Ausgerechnet heute. Warum sagt mir das niemand vorher? Warum weiß ich sowas nicht? Und warum habe ich nicht einfach Blumen gekauft? Also werden die Gastgeschenke vorsichtig beiseitegelegt, schließlich sind sie tickende Versuchungen. Die Fastenzeit ist eine Falle.
Es gab ein liebevoll zubereitetes Fastenessen, schlicht und köstlich, aber eben der Fastenzeit angemessen. Und der Abend wurde mit einer Karaffe Wasser erstaunlich lang. Überraschend lang. Ich entdecke eine ganz neue Dimension von „gesellig“.
Trotzdem war es wunderschön, Wir haben gelacht, geplaudert und die Zeit genossen. Ich habe am Aschermittwoch selbst über das Fasten nachgedacht, aber das erzähle ich Euch im nächsten Blogbeitrag.
Was ich daraus gelernt habe? Während der Fastenzeit sollte man immer damit rechnen, dass irgendjemand fastet. Und dann bringt man einfach etwas mit, das garantiert niemanden in Versuchung führt. Eine Schale, eine Kerze , oder vielleicht einen Kaktus. Auf jeden Fall irgendetwas, das nicht essbar ist.


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