Wer mich kennt, weiß: Ich habe für alles ein Budget, natürlich auch für unseren Urlaub in den ersten beiden Septemberwochen. Für 16 Tage zu zweit habe ich EUR 1.600,- angesetzt. Ein realistischer Betrag, dachte ich. Ein naiver Gedanke, wie sich herausstellen sollte.
Tag 1: Unser Urlaub beginnt mit Trommelwirbel. Mein Mann spielt mit Eisenterz am Schwechater Stadtfest, die Stimmung ist großartig, und wir geben dank Gutscheinen ganze EUR 3,- aus. Ich bin stolz.
Tag 2: Wir tun nichts. Wirklich nichts. Herumlungern, essen, wieder herumlungern, wieder essen, Fotos anschauen. Ausgaben: EUR 0,-. Ich fühle mich wie die Königin der finanziellen Disziplin.
Tag 3: Ein „Wir bringen etwas weiter“-Tag. Wir kaufen im Baumarkt und im Gartencenter Dinge, die man angeblich braucht, und Dinge, die man definitiv nicht braucht, aber trotzdem kauft. Am Abend verabschiedet sich das Backrohr mit einem Kurzschluss elegant aus dem Leben. Ausgaben: EUR 182,53.
Tag 4: Wir tümpeln in der Therme herum, ständig auf der Suche nach dem nächsten Blubber. Ausgaben: EUR 164,20.
Tag 5: Wir müssen ein neues Backrohr kaufen. Das Budget weint. Wir gehen zum Heurigen, um uns zu trösten. Ausgaben: EUR 775,-. Ich weine mit dem Budget.
Tag 6: Ich fahre nach Baden, lasse die Seele baumeln und kaufe ein paar Lebensmittel. Ausgaben: EUR 71,89.
Tag 7: Wir machen Krems unsicher, besuchen 3 Restaurants, kaufen ein und stellen fest, dass der Wasserstand in der Wachau eigentlich für eine Schifffahrt zu niedrig ist, aber nur eigentlich, es gibt ja eine Alternativroute. Ausgaben: EUR 212,-. Wir geben eindeutig zu viel aus. Sollen wir ein bisschen sparen?
Tag 8: Supermarkt, Haushalt, Familienfeier vorbereiten. Ausgaben: EUR 96,48. Das Budget murmelt leise vor sich hin.
Tag 9: Wunderschönes Spätsommerwetter, wunderbare Gesellschaft: Familienfeier im Garten mit Kalorienexplosion. Ausgaben: EUR 4,10. Ein Tag, an dem das Budget nicht hyperventiliert.
Tag 10: Wir tun nichts. Ausgaben: EUR 0,-. Das Budget schickt mir ein Dankeschön.
Tag 11: Wir fahren an den Badeteich, essen gut und genießen den vermutlich letzten echt warmen Sommerabend. Ausgaben: EUR 108,-.
Tag 12: Es ist das Sommer-Finale. Noch einmal Badesee, noch einmal 30 Grad, noch einmal Kaffee in der Lounge, abends Home-Pizza. Ausgaben: EUR 80,88.
Tag 13: Das neue Backrohr kommt. Natürlich nicht ohne Probleme. Das Küchenkasterl darunter lässt sich jetzt nicht mehr schließen. Ein Tischler war nötig. Ausgaben: EUR 60,-. Ich lache innerlich ein wenig hysterisch.
Tag 14: Wir besuchen eine liebe Freundin und schaffen es, sieben Stunden durchgehend zu essen. Ausgaben: EUR 0,-. Kalorienzufuhr: nicht weiter zu beziffern. Das Budget ist jedenfalls dankbar.
Tag 15: Wir kaufen im Supermarkt ein. Ich mache einen Waldspaziergang, schließlich wollen die Kalorien vom Vortag auch wieder abgebaut werden. Ausgaben: EUR 104,02.
Tag 16: Ein Heurigenbesuch beendet unseren Urlaub. Ausgaben: EUR 73,-.
Gesamtausgaben: EUR 1.915,10. Das Budget wurde etwas überschritten.
Es konnte wirklich niemand damit rechnen, dass uns ein Backrohr dazwischengrätscht. Also gut, vielleicht hätte man bei einem 20 Jahre alten Backrohr damit rechnen können. Aber seien wir ehrlich: Was wäre ein Urlaub ohne ein kleines finanzielles Drama?


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