Halloween – als „fremdes Brauchtum“, viel geliebt, viel kritisiert. Ein Spektakel, dass den Tod verspottet und das Gruseln feiert .

Mit scherzhafter Erpressung ziehen Kinder durch die Straßen, um oft minderwertige Süßigkeiten zu erbetteln, die zu einem großen Teil leider nicht selten im Müll landen. Aber die Kinder, und auch so manche Erwachsene, habe ich mir sagen lassen, haben Spaß am Verkleiden und von Tür zu Tür zu pilgern. Bräuche entwickeln sich nun mal weiter.

Viele der heute mit Halloween verbundenen Bräuche, wie das Tragen von Kostümen und das Schnitzen von Kürbissen, haben ihren Ursprung in den alten Samhain-Ritualen. Samhain, ein Jahrtausende altes keltisches Fest, das das Ende der Erntezeit und den Beginn der Winterzeit besiegelt. In der Nacht vor dem elften Neumond öffnet sich – so glaubte man – das Tor zur Anderswelt. Später dann bekam das Fest einen fixen Platz im Kalender.

Das Reich der Toten und das Reich der Lebenden stehen sich in dieser Nacht besonders nah, die Grenze zwischen den beiden Welten wird durchlässig. Es ist eine Zeit des Gedenkens, aber auch eine Hoffnung auf die Zukunft, ein Fest der Natur, des Wandels und des inneren Rückzugs.

Ich persönlich kann mir mit der konsumorientierten Ausprägung von Halloween wenig anfangen, verehre allerdings Allerheiligen – „All Hallows’Day“ -und die spirituelle Bedeutung dieses Tages und der vorausgehenden Nacht und die Vorstellung, dass uns manche Verstorbene vielleicht in dieser Nacht ein Stückchen näher sein können. Für mich ist es Erinnerung, ein Innehalten, nicht laut, nicht grell, sondern leise und tief.


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